Steigen die Bauzinsen in 2019 wieder?

usblick auf die Entwicklung Bauzinsen 2019Die Bauzinsen verharren seit Jahren auf sehr niedrigem Niveau und es sieht auch in nicht nach einer schnellen Trendwende innerhalb dern nächsten Monate aus. Doch welchen Ausblick gibt 2019? Welche Faktoren bestimmten den Zinssatz und was passiert wenn die Zinsen steigen?

Wo stehen die Bauzinsen in 2019?

Seit 2014 sind die Kreditzinsen bei Immobiliendarlehen deutlich unter die Marke von zwei Prozent gefallen. Ende 2016 wurden sogar Werte von weniger als einem Prozent erreicht. Seither haben die Bauzinsen leicht zugelegt und pendeln derzeit bei etwa 1,10%. Wer vor 10 Jahren einen Baukredit mit 10-jähriger Laufzeit aufnahm, musste noch vier Prozent Zinsen kalkulieren. Finanziertes Bauen ist also erheblich billiger geworden.

Was würden steigende Zinsen bedeuten?

Sofern nur die Bauzinsen, nicht aber die Gehälter der Bauherren steigen, müsste sparsamer gebaut werden. Jeder Hauskäufer kalkuliert bei der Baufinanzierung einen verkraftbaren Monatsbetrag, der Tilgung und Kreditzinsen beinhaltet. Steigende Zinsen würden entweder zu längeren Laufzeiten oder höheren Raten führen. Da beides nicht endlos sein kann, müssten die Kreditvolumen niedriger ausfallen. Selbst wenn Banken längere Laufzeiten als bisher anbieten, verteuern sich die Immobilienkredite durch höhere Zinsanteile. Eine Erhöhung der Monatsrate könnte für lange Zeit Einschränkungen für die Familie des Bauherren mit sich bringen.

Wie groß sind die Chancen auf stabile Zinsen?

Letztes Jahr wurde von vielen Insidern ein steigender Bauzins für die zweite Jahreshälfte 2019 prognostiziert. Die Analysten orientierten sich richtigerweise an den Ankündigungen der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Erhöhung des Leitzinses im Sommer 2019. Im Januar kündigte die EZB jedoch an, über eine Leitzinserhöhung frühestens im Herbst dieses Jahres nachdenken zu wollen.

Baufinanzierungsvergleich



Die Märkte gehen mittlerweile klar davon aus, dass der Leitzins mindestens ein weiteres Jahr bei null verharrt, dementsprechend waren die Reaktionen an der Börse und am Devisenmarkt. Die Chancen auf weiterhin niedrige Bauzinsen sind aktuell sehr gut. Es stehen jedoch in den nächsten Monaten wichtige Ereignisse bevor, die Immobilienkäufer und Bauherren im Auge behalten sollten.

Relevant für den Euro und Entscheidungen der EZB sind unter anderem:

  • Wie tritt Großbritannien aus der EU aus?
  • Finden die für Mai angekündigten Europa-Wahlen statt und welche Ergebnisse bringen sie?

Was tun, wenn der Leitzins erhöht wird?

Bereits vor einer Erhöhung des Leitzinses sollten Bauherren und Immobilienkäufer aktiv werden und ihre Pläne zeitnah umsetzen. Sobald der Zins angehoben wird, reagieren die Banken mit einer Erhöhung der Kreditzinsen für jede Art von Darlehen, und zwar sehr schnell. Es gilt also, die derzeit günstigen Bauzinsen durch rechtzeitiges Beantragen von Krediten in die Zukunft mitzunehmen. Auch Immobilienbesitzer in der Finanzierung, deren erste Zinsbindung bald ausläuft, sollten so bald wie möglich bei ihrer Bank wegen Forward-Darlehen vorstellig werden.

Wie teuer werden Kredite nach einer Zinserhöhung?

Die Frage ist natürlich nur individuell zu beantworten, weil über den persönlichen Zinssatz viele Faktoren entscheiden. Um eine Vorstellung von den monatlich aufzubringenden Raten zu bekommen, können Interessenten mit einem online verfügbaren Bau- oder Kreditzinsrechner beliebige Szenarien durchspielen. Wichtig ist dabei, dass bei langfristigen Immobilienfinanzierungen wenige Prozentpunkte große Auswirkungen auf die Gesamtsumme haben. Zudem können Zinserhöhungen der Vergangenheit nicht auf die Zukunft übertragen werden.

Bilderquellen: © adam121 / Adobe Stock

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