Baukredit nachträglich aufstocken – Kosten und Voraussetzungen

Trotz sorgfältiger Kalkulation kommt es vor, dass der vorhandene Baukredit nicht ausreicht um alle Kosten zu decken. Eine Möglichkeit: Die Bank um eine nachträgliche Aufstockung des vorhandenen Baukredits bitten. Doch mit welchen Voraussetzungen und Kosten ist die Erhöhung des Darlehens verbunden?

Baukredit aufstocken: die Voraussetzungen beachten

Prinzipiell besteht die Möglichkeit, einen Baukredit zu jeder Zeit aufzustocken. Allerdings empfiehlt es sich, nicht sofort nach der Kreditaufnahme bei der Bank anzufragen. Eine gewisse Laufzeit sollte der bestehende Baukredit bereits haben.

Die Aufstockung sollte frühestens nach 6 Monaten erfolgen. Zudem müssen Kreditnehmer einige relevante Voraussetzungen erfüllen:

Bonität: Die Bonität des Kreditnehmers muss nach wie vor gut bis sehr gut sein. Hierzu zählt ein regelmäßiges Einkommen, mit welchem die monatlichen Kreditraten zahlbar sind. Wichtig ist in diesem Kontext, dass das Einkommen auch für die durch die Aufstockung entstehenden höheren Raten ausreicht. Ebenso steht die Schufa-Auskunft im Fokus der Kreditaufstockung. Bis zum Datum der Anfrage bei der Bank müssen alle bis dahin fälligen Ratenzahlungen für den laufenden Baukredit pünktlich und ohne Ausfälle erfolgen. Diesbezüglich ist es vorteilhaft, die Aufstockung nach einer gewissen Laufzeit zu beantragen. Immerhin konnte sich die ausgebende Bank bis dato schon einen Überblick über die Zahlungsmoral des Kreditnehmers verschaffen.

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Zweck der Aufstockung: Unter Umständen kann der Zweck einer Kreditaufstockung über die Bewilligung entscheiden. Wer mehr Geld braucht, um wieder „flüssig“ zu werden, hat eher schlechte Karten. Gute Chancen haben Kreditnehmer, die mit dem zusätzlichen Kreditbetrag weitere Kosten in Bezug auf ihr Bauvorhaben tragen möchten. Gleiches gilt, wenn die Aufstockung notwendig ist, weil eine unvorhergesehene, aber dringend notwendige Reparatur oder Neuanschaffung ansteht (zum Beispiel Auto).

Baukredit nachträglich aufstocken: so funktioniert´s

Ansprechpartner für das Vorhaben ist prinzipiell die Bank, bei welcher der aktuelle Baukredit läuft. Kreditnehmer sollten vorab einen Termin absprechen und direkt auf ihr Vorhaben aufmerksam machen. Auf diese Weise können die terminvergebenden Mitarbeiter mitteilen, welche Unterlagen vorzulegen sind.

Es empfiehlt sich, zusätzlich zu den Einkommensnachweisen sämtliche Rechnungen mitzubringen, die bislang in den Baukredit geflossen sind. Dadurch machen sich Kreditnehmer seriöser und zuverlässiger. Immerhin sieht der Bearbeiter, dass das bisherige Geld nicht für Sinnlosigkeiten, sondern tatsächlich für den vereinbarten Zweck aufgewendet wurde.

Kosten: Zinsen berücksichtigen

Unter Umständen kann es sich etwas schwierig gestalten, den vorhandenen Baukredit effektiv aufzustocken. Dies ist etwa dann der Fall, wenn sich die Kreditzinsen verändert haben. Im Grunde handelt es sich bei der Aufstockung um eine erneute Kreditbewilligung, welche dem vorherigen Kredit angerechnet wird. Sofern sich die Zinsen zwischenzeitlich nicht geändert haben, kann der zusätzlich Aufstockbetrag einfach auf den vorhandenen Baukredit angerechnet werden. Haben sich die Zinsen dagegen geändert, würde dies zu komplexen Rechnungen führen.

In diesem Fall kommen zwei Möglichkeiten infrage, die Banken bei Erfüllung der Voraussetzungen anbieten:

  1. Aufnahme eines zweiten Kredits. Führt dazu, dass Kreditnehmer zwei Kredite bei einer Bank laufen haben. Monatlich werden zwei unabhängige Raten fällig.
  2. Auflösung des vorhandenen Baukredits. Parallel wird ein neuer Kredit aufgenommen, mit welchem der aufgelöste Baukredit getilgt wird. Der neue Kredit beinhaltet zudem die benötigte Aufstocksumme, welche dem Kreditnehmer frei zur Verfügung steht.

Baukredit aufstocken – ist das wirklich sinnvoll?

Über die Sinnhaftigkeit einer Kreditaufstockung entscheiden generell die gültigen Konditionen. Sofern sich die Zinssätze geändert haben und zum Zeitpunkt der Aufstockung höher sind, ist es ratsam, über mögliche Alternativen nachzudenken. Eine Alternative wäre beispielsweise eine Umschuldung über einen zweiten Kreditgeber. Möglicherweise gibt es Kredite, die günstigere Konditionen und Zinsen bieten. Mit einem solchen höher angelegten Kredit könnte der vorhandene Baukredit aufgelöst werden. Sind die Zinsen dagegen gleich geblieben, lässt sich die einfache Aufstockung komfortabel und übersichtlich abwickeln.

Fazit

Generell ist es möglich, einen vorhandenen Baukredit aufzustocken. Für die Aufstockung müssen einige Voraussetzungen, etwa betreffend der Bonität, erfüllt sein. Die Erhöhung ist jedoch nur dann durchführbar und sinnvoll, wenn sich die Konditionen nicht geändert haben. Alternativ besteht die Möglichkeit, einen zweiten Kredit aufzunehmen oder den vorhandenen Baukredit aufzulösen. Zudem kann es sinnvoll sein, über eine mögliche Umschuldung nachzudenken.

Bilderquellen: © tanatat / Fotolia

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