Immobilienpreisentwicklung in Deutschland: 2018 und 2019

Immobilienmarkt in der Stadt

Immobilien werden in Deutschland immer teurer. Allein seit 2015 haben die Preise in der gesamten Bundesrepublik durchschnittlich um 11 % zugelegt. Besonders deutlich fiel der Anstieg von 2017 zu 2018 aus. Auch 2019 dürfte die Immobilienpreisentwicklung so weiter gehen.

Die Immobilienpreise in 2018

Mitte Februar 2019 legten die von der Bundesregierung beauftragten Immobilienweisen ihr Frühjahrsgutachten über die Immobilienpreisentwicklung in Deutschland vor. In dem Dokument analysierten sie die Entwicklungen von 2017 zu 2018 und geben eine Prognose für 2019 ab. Potenzielle Käufer oder Personen, die bauen möchten, werden die Urteile der Experten nicht erfreuen.

2018 machte die Immobilienpreisentwicklung demnach einen heftigen Sprung. Deutschlandweit war der Quadratmeterpreis im dritten Quartal 2018 durchschnittlich um 8,2% teurer als noch im dritten Quartal 2017. Besonders heftig war der Anstieg in den Ballungsräumen: In den sogenannten „A-Städten“ (sieben größte deutsche Städte) kletterte der Preis um deutlich mehr als 10% nach oben. „Spitzenreiter“ war Berlin mit einem Plus von 15,2%. In Frankfurt am Main auf „Platz 2“ ging es im dritten Quartal 2018 um 13,2% nach oben.

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Auch in absoluten Zahlen zeigt sich, wie teuer Immobilien in Ballungsräumen im Vergleich sind. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis lag laut Gutachten im dritten Quartal 2018 deutschlandweit bei 1875 Euro. In Köln, der „günstigsten“ der A-Städte, betrug er 3240 Euro und war also fast doppelt so hoch. Teuerste Stadt war München mit einem Quadratmeterpreis von 6390 Euro. (Quelle)

Starke regionale Unterschied in der Preisentwicklung

Interessant ist, dass die Immobilienpreisentwicklung 2018 nicht nur erkennbar zwischen Ballungsraum-Land unterschied, sondern auch nach Regionen. Generell sind die Preise im Süden der Bundesrepublik stark gestiegen. Ebenfalls nach oben ging es im Norden sowie im Osten. Im Westen blieben die Preise hingegen weitgehend stabil oder sanken sogar wieder ab.

Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) erwarten allerdings, dass sich dies wieder ändert. Mittel- und langfristig wird sich deutschlandweit ein klarer Stadt-Land-Unterschied herauskristallisieren, prognostizieren sie. Die Preise auf dem Land werden dabei einbrechen. Die Experten gehen davon aus, dass bis 2030 die Immobilienpreise in einem Drittel aller deutschen Landkreise um 25% sinken. In Ostdeutschland soll es im ländlichen Raum sogar um 50% nach unten gehen.

Immobilienpreisentwicklung 2019: Die Prognose

Für 2019 erwarten die Immobilienweisen in ihrem Frühjahrsgutachen, dass die Preise deutschlandweit im Durchschnitt weiterhin spürbar ansteigen – vermutlich auf einem Niveau wie von 2017 zu 2018. Hierfür nennen sie mehrere Gründe. Erstens bleiben die Städte große Preistreiber. Hier herrsche Wohnungsnot, die auf eine sehr große Nachfrage treffe. Entsprechend werde weiter an der Preisschraube gedreht.

Zweitens seien die Immobilienzinsen nach wie vor sehr günstig. Viele Menschen möchten sich den Traum von den eigenen vier Wänden deshalb schon jetzt erfüllen. Sie treten zueinander in Konkurrenz. Deshalb steigen die Preise sowohl für zu kaufende Immobilien wie auch für Neubauten.

Die Gutachter kritisieren zudem, dass die Politik Fehlanreize setze. Neubauprogramme würden vernachlässigt. Stattdessen führe die Politik Dinge ein, die preistreibend wirken, wie beispielsweise das Baukindergeld ein oder bestimmte Sonderabschreibungsmöglichkeiten.

Als Fazit gilt:
Wer im nicht ländlichen Raum bauen oder kaufen möchte, sollte es bald tun. Schließlich steigen die Preise weiter.

Bilderquellen: © Tiberius Gracchus / Fotolia

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