Gewerbeimmobilien: Finanzierung von Gewerbeobjekten

Moderne GewerbeimmobilieBei der Finanzierung einer Gewerbeimmobilie gelten vollständig andere Konditionen als bei privaten Immobilien. Hier finden Sie einen Einblick über Konditionen, Anlaufstellen und Fördermittel zur Finanzierung von Gewerbeobjekten.

Unterschiede zur Finanzierung zwischen gewerblichen und privaten Immobilien

Gewerbliche Immobilien werden im Hinblick auf die Finanzierung anders behandelt als private. In Bezug auf die Werthaltigkeit, aber auch in Sachen Bonitätsanforderungen gelten andere Maßstäbe. Komplette Finanzierungen ohne Eigenkapital sind für Gewerbeobjekte nicht möglich. Selbstständige Unternehmen haben es schwerer eine günstige Finanzierung der Gewerbeimmobilie zu erhalten. Das liegt auch daran, dass in der Regel alle Kreditinstitute selbstständige Unternehmer in zwei Gruppen aufteilen. Zum einen gibt es Freiberufler wie Rechtsanwälte, Ärzte und ähnliches, zum anderen gibt es selbstständige Gewerbetreibende.

Der größte Unterschied liegt darin, dass wirkliche Freiberufler von den meisten Banken wie ein privater Kunde betrachtet werden. Damit erhalten Freiberufler einen leichteren Zugang zu den herkömmlichen Finanzierungsmodellen. Dann sind auch hohe Beleihungen oder Vollfinanzierungen möglich. Diese können auch zu einer Bank für Privatkunden gehen. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu freiberuflichen Gewerbetreibenden.

Ein klassischer Gewerbetreibender kann längst nicht über alle Banken verfügen, da weniger Kreditinstitute bereit sind, die Finanzierung einer Gewerbeimmobilie zu übernehmen. Darüber hinaus bestimmt das Rating des Unternehmens beziehungsweise seine Bonität die Konditionen der Finanzierung. Auch die Kosten werden auf dieser Basis bestimmt.

Baufinanzierungsvergleich



Konditionen zur Finanzierung von Gewerbeobjekten

Zunächst muss ermittelt werden, wie hoch der Preis für die Gewerbeimmobilie maximal sein darf. Dazu sollten Informationen über die Einzelheiten des optimalen Konzepts zur Finanzierung eingeholt werden, zum Beispiel über Sondertilgungen oder die Zinsbindungsfrist. Anschließend kann der Unternehmer Angebote über günstige Kredite erfragen. Hierfür eignen sich vor allem die großen Kreditvermittler. Da Vermittler die verschiedenen Zinssätze unzähliger Bausparkassen und Banken miteinander vergleichen, entsteht so ein sehr guter Überblick über den Markt. Anschließend können weitere Gespräche geführt werden.

Damit geht der Unternehmer am besten zu seiner Hausbank. Damit kann er überprüfen, ob das Konzept der Finanzierung gut und die Zinsen optimal sind. Ein guter Schachzug ist es auch, Banken und Vermittler mit besseren Konkurrenzangeboten zu konfrontieren, da er so die Karten in der Hand hält und noch bessere Konditionen für sich aushandeln kann. Allerdings können auch Online-Banken häufig besonders gute Angebote machen, da hier geringere Verwaltungskosten anfallen und diese dann in Form günstigerer Preise an den Unternehmer weitergegeben werden.

Welche Fördermittel gibt es für Gewerbemmobilien?

Es gibt verschiedene Fördermittel, die gewerbliche Unternehmer zur Finanzierung von Immobilien nutzen können. Handwerksunternehmen, die eine Gewerbeimmobilie sanieren oder kaufen möchten, können am ERP-Umwelt- und Effizienzprogramm teilnehmen. Die Konditionen verändern sich während eines Jahres zweimal und hängen von der Zinsentwicklung am Markt ab. Durch das ERP-Umwelt- und Effizienzprogramm unterstützt die KfW alle Investitionen zum Wohle der Umwelt. Dazu gehört auch die Energieeinsparung im Zusammenhang mit dem Sonderfonds Energieeffizienz in KMU. In diesem Rahmen werden Zuschüsse für unabhängige und qualifizierte Energieeffizienzberatungen kleiner und mittlerer Unternehmen gewährt.

Es werden zum Beispiel Maßnahmen für Altlasten- und Flächensanierung sowie den Lärmschutz gefördert. Zudem werden auch Energieeffizienzmaßnahmen für die Gebäudehülle, Haus- und Energietechnik, Mess-, Regel- und Steuerelektronik sowie Wärmerückgewinnung unterstützt.

Alle Maßnahmen können bis zu einer Summe von zwei Millionen Euro komplett gefördert werden. Es sind allerdings Ausnahmen möglich, wenn das Bundeswirtschaftsministerium zustimmt. Die Laufzeit der Kredite beträgt maximal fünf Jahre, bei einem tilgungsfreien Anlaufjahr. Bei maximal zehn Jahren sind zwei tilgungsfreie Anlaufjahre möglich. Investitonsvorhaben, deren ökonomische und technische Lebensdauer zehn Jahre übersteigt, können bis zu 20 Jahre laufen und mit drei tilgungsfreien Anlaufjahren gewährt werden. Handwerksunternehmen, die ein neues Objekt bauen oder kaufen möchten, profitieren vom Unternehmerkredit für kleine oder mittlere Betriebe. Ein Kreditvolumen bis maximal zehn Millionen Euro wird unter Umständen mit einer Laufzeit bis maximal zehn Jahre komplett unterstützt.

Bilderquellen: © Tiberius Gracchus / Fotolia

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