Bauzinsen Entwicklung 2016 / 2017: Eine Prognose

Chart BauzinsenentwicklungDie Bauzinsen Entwicklung zeigt auch 2016 nur eine Richtung – nach unten. Doch welche Hintergründe hat die Zinsentwicklung und welche Prognosen kann man für 2017 machen?

Niedrigphase der Bauzinsen bis 2016

Seit der Finanzkrise des Jahres 2008 geht die generelle Entwicklung bei den Bauzinsen (bis aktueller Stand: Ende 2016)stetig nach unten. Zwar ergaben sich in dieser Zeit immer wieder Phasen eines zwischenzeitigen Anstiegs. Diese gingen aber regelmäßig schnell wieder vorüber. Auch im Laufe des Jahres 2016 hat diese Zinsentwicklung angehalten.

Bei Baudarlehen mit fünfjähriger Laufzeit ist inzwischen die Ein-Prozent-Grenze erreicht bzw. unterschritten. Und auch bei den zwanzigjährigen Darlehen liegt der geforderte Satz inzwischen deutlich unterhalb der Zwei-Prozent-Marke. Insofern bietet der Markt derzeit nur noch wenig Raum für ein weiteres Absenken der Zinsen. Wie bereits in den Vorjahren mehren sich daher in Teilen der Branche die Stimmen, dass eine Zinswende inzwischen unausweichlich ist. Ähnliche Voraussagen wurden allerdings auch in den Vorjahren immer wieder getroffen, weil die Entwicklung der letzten Jahre aus den Erfahrungen der Vergangenheit heraus nicht wahrscheinlich schien. Doch was bedeutet all dies für den zukünftigen Kursverlauf bei den Bauzinsen?

Hintergründer der Bauzinsentwicklung

Die Nervosität der Märkte hat seit den Erschütterungen des Jahres 2008 nie vollständig nachgelassen. Die Finanzkrise wurde mehr oder weniger unmittelbar abgelöst durch die finanzielle Schieflage einer Reihe vor allem südeuropäischer Staaten. Vor allem Griechenland bestimmte über lange Zeit die Schlagzeilen nicht nur des Wirtschaftsteils der Medien. Hinzu kamen Probleme wie der Ukraine Konflikt, die Flüchtlingskrise oder auch die Etablierung des Islamischen Staats in Syrien und im Irak. Alle diese Probleme sind derzeit weit von einer dauerhaften Lösung entfernt. Entsprechend verunsichert reagieren Märkte und Privatleute. Dies führt regelmäßig zu einem eingeschränkten Konsumverhalten. Dadurch verlangsamt sich das Wirtschaftswachstum was wiederum zu neuen Krisen führt.

Baufinanzierungsvergleich

Um dies zu verhindern geht von der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main seit Jahren eine Politik des günstigen Geldes aus. Die niedrigen Leitzinsen führen dazu, dass sich sichere Rücklagen in Form von festverzinslichen Anlagen immer weniger lohnen, da auf diese Weise nicht einmal die Verluste durch die Inflation ausgeglichen werden können. Die hierdurch erhoffte Belebung der Konjunktur ist allerdings bisher nur in bestimmten Teilen Europas und dessen Wirtschaft eingetreten. Insofern bleibt der Europäischen Zentralbank nichts weiter übrig, als weiterhin auf günstiges Geld durch niedrige Leitzinsen zu setzen.



Wie ist die Prognose für die Bauzinsen in 2017?

Die Zeichen stehen derzeit nicht auf eine generelle Trendwende bei den Leitzinsen  – und somit bleibt die Prognose für die Entwicklung der Bauzinsen in 2017 unverändert. Für keinen der vielen politischen und wirtschaftlichen Brandherde sind derzeit überzeugende dauerhaft tragfähige Lösungen in Sicht. Diese Unsicherheit wird sich auch weiterhin in niedrigen Leitzinsen wiederspiegeln, welche ihrerseits zu günstigen Bauzinsen bei Immobilien führen.

Für den Immobilienmarkt bedeutet dies, vor allem in den großen Städten, eine weitere Anheizung. Dies gilt in besonderem Maße für Frankfurt am Main. Als wichtigster Bankenstandort Deutschlands in der Mitte Europas könnte die hessische Kleinmetropole in besonderer Weise vom Brexit profitieren, da London als Finanzplatz sich nicht mehr innerhalb der Europäischen Union befindet. Doch auch jenseits des Einflusses auf bestimmte Teile des deutschen Immobilienmarkts ist der Brexit auch allgemein ein Grund, von einer anhaltenden Nervosität auf den Finanzmärkten auszugehen. Insofern spricht viel in 2017 für ein zeitweises Einfrieren der Bauzinsen auf niedrigem bis niedrigstem Niveau.

So nutzen Sie die Entwicklung der Bauzinsen optimal

Zumindest mittelfristig führt allerdings an einer steigenden Entwicklungen der Bauzinsen kein Weg vorbei. Denn dauerhaft niedrige Leitzinsen haben nicht ausschließlich positive ökonomische Effekte, sondern stellen eine Reaktion auf nervöse Märkte dar.

Für Kreditnehmer bedeutet dies, dass es derzeit Sinn macht, die etwas schlechteren Konditionen bei längerfristigen Baudarlehen in Kauf zu nehmen. Denn die Unterschiede zwischen fünf- und zwanzigjährigen Darlehen liegen derzeit bei unter einem Prozent. Allerdings können sich fünfjährige Kredite schnell verteuern, wenn in den kommenden Jahren die Zinsen wieder anziehen. Faktisch befinden sich die Bauzinsen derzeit dauerhaft nahe dem Allzeit-Tief. Dies macht den Abschluss von Kreditverträgen mit möglichst langer Laufzeit besonders sinnvoll. Denn auf diese Weise kann gegebenenfalls die Phase bis zum nächsten echten Zinstief überbrückt werden und somit tatsächlich dauerhaft von niedrigen Zinssätzen profitiert werden.

Bilderquellen: © gearstd / Fotolia

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