Nominaler und effektiver Zinssatz: Definition und Unterschied

12. Juli 2010 Redaktion

Der effektive und nominale Zinssatz gelten bei diversen Bankprodukten, wie z.B. Darlehen, als äußerst wichtige Größe. Dabei unterscheiden sich beide Zinsformen in wesentlichen Punkten.

Allgemein wird unter dem Zins das Entgelt verstanden, dass für die Nutzung eines überlassenen Finanzinstruments (z.B. Geld) oder eines überlassenen Sachguts anfällt.
Der Empfänger des Instruments oder des Sachgutes gilt als Schuldner und muss dem Überlasser, der als Gläubiger bezeichnet wird, das Entgelt zahlen. Auch wenn der Schulder zur Zahlung des Entgeltes rechtlich verpflichtet ist, regeln häufig genaue Verträge, wie z.B. ein Darlehensvertrag, die Einzelheiten.

Der Empfänger sollte bereits im Vorfeld darauf achten, um welches genaue Entgelt es sich handelt. Eine wichtige Unterscheidung besteht hierbei zwischen den beiden Zinsformen: nominaler und effektiver Zinssatz.

Reiner prozentualer Anteil des Wertes

Als nominaler Zinssatz (auch Nominalzins genannt) wird der Zins bezeichnet, den der Empfänger dem Überlasser pro Jahr zahlen muss. Dies ist bei Finanzinstrumenten ein prozentualer Anteil des Wertes vom überlassenen Instrument.

Beispielsweise kann für ein Darlehen (Finanzinstrument) von 1000 Euro ein nominaler Zinssatz von 7% anfallen. Entsprechend sind dardurch Zinskosten von jährlich 70 Euro an den Gläubiger zu zahlen.

Inklusive aller weiteren Kosten

Als effektiver Zinssatz (auch Effektivzins genannt) hingegen wird der effektiv zu zahlende Zins pro Jahr bezeichnet. Es entspricht nämlich dem Regelfall, dass neben dem Nominalzinssatz weitere Kosten pro Jahr für den Schuldner anfallen. Diese sind im sogenannten effektiven Jahreszinssatz eingerechnet.

Ein Effektivzins wird im Allgemeinen von dem Auszahlungskurs bzw. dem Disagio, dem Nominalzinssatz, der Zinsfestschreibungsdauer sowie der Tilgung bestimmt. Grundsätzlich wird er in Prozent der entsprechenden Auszahlung (z.B. Darlehen) angegeben. Falls sich ein Zinssatz im Laufe der Nutzung eines Kredits ändert, so wird der Effektivzins zum Zeitpunkt der Auszahlung als anfänglicher effektiver Jahreszins bezeichnet.

Sowohl die nominalen als auch die effektiven Zinssätze werden in erster Linie vom Markt bestimmt. Der Empfänger bzw. Kunde hat darauf keinen Einfluss.