Forward Darlehen


Die sogenannten Forward Darlehen gehören zu den vergleichsweise jungen Finanzierungsinstrumenten. Ursprünglich wurden Sie für die Finanzierungen kommunaler und gemeinnütziger Wohnungsbauunternehmen konzipiert. Als Finanzprodukt wurde es Mitte der 90er Jahre vom Finanzvertrieb Dr. Klein & Co. AG, einer Tochter der Hypoport AG entwickelt. Im Laufe der Jahre haben sich diese Darlehen als beliebte Instrumente in der Immobilienfinanzierung etabliert und kommen heute auch verstärkt im Bereich der Privatfinanzierungen zum Einsatz.

Prinzipiell ist ein Forward-Darlehen nichts anderes als ein typisches Annuitätendarlehen, also eine Darlehensart, deren konstante Raten über die gesamte Laufzeit des Darlehens unverändert bleiben – im Gegensatz zu den sogenannten Tilgungsdarlehen. Charakteristisch für ein Forward Darlehen ist, dass hier zumeist Sondervereinbarungen zwischen Kreditgeber und Kreditnehmer getroffen werden, die Teil des Darlehensvertrags sind. Eine weitere Besonderheit bei dieser Darlehensart ist die Vorlaufzeit, mit der es verbunden wird. Es wird beim Abschluss des Darlehens eine Vorlaufperiode vereinbart und erst am Ende dieses Zeitraumes (Forward-Periode) kommt der Darlehensbetrag zur Auszahlung. Die Forward-Periode kann bis zu 60 Monate lang sein und gibt diesem Finanzprodukt seinen Namen. Außerdem wichtig bei einem Forward Darlehen: Während der Forward-Periode fallen keine Zinsen für die Darlehensbereitstellung an und ein solches Darlehen muss immer an ein Grundpfandrecht gebunden sein, an dem sich der Kreditgeber im Falle der Nichterfüllung des Vertrages bedienen kann.

Unter diesen Voraussetzungen ergibt es sich quasi von selbst, dass die Forward Darlehen ausschließlich zur Immobilienfinanzierung eingesetzt werden. In diesem Bereich gehören sie mittlerweile zu den beliebtesten Anschlussfinanzierungen. Sie werden für den Darlehensnehmer dann zur interessanten Alternative, wenn bereits beim Abschluss der Finanzierung ein besonders günstiger Zinssatz vorliegt, der so für die Gesamtlaufzeit gesichert werden kann.

Zunächst stellt sich das Forward Darlehen also als durchaus interessantes Finanzierungsinstrument dar und gerade die mit ihm verbundene Zinssicherheit bringt viele Darlehensnehmer dazu, sich für diese Darlehensart zu entscheiden. Allerdings ist diese Zinssicherheit nicht kostenlos und hier kommen wir zu den Nachteilen der Forward Darlehen.

Diese Zinssicherheit ist nicht kostenlos und muss mit einem individuell vereinbarten Zinsaufschlag erkauft werden. Entsprechende Untersuchungen von unabhängigen Finanzinstituten zeigen in der Tat, wo die Nachteile liegen. So kann ein Forward Darlehen bei einer 10-jährigen Zinsbindung und einer Vorlaufzeit von 3 Jahren zwischen 0,6 und 0,75 Prozentpunkte teurer sein, als dies bei einem Darlehen mit direkter Auszahlung der Fall gewesen wäre. Wer sich für ein Forward Darlehen entscheidet, muss also unter allen Umständen diesen Aufschlag genau im Augen behalten, der grundsätzlich von der Länge der Forward-Periode und von der aktuellen Zinssituation am Finanzmarkt abhängig ist.
Jedoch herrscht auch auf dem Markt der Finanzierungsanbieter ein starker Konkurrenzkampf, den sich Verbraucher zu nützen machen können. So kann z.B. ein umfangreicher Angebotsvergleich helfen die verschiedenen Finanzierungsmodelle und Konditionen der Anbieter zu durchleuchten. So erhält man einen Umfangreichen Überblick über die Angebote am Markt. Wo man einen solchen Vergleich anfordern kann? Einfach hier klicken.

Problematisch ist die Tatsache, dass es nur sehr schwer vorauszusagen ist, ob sich ein Forward Darlehen über die gesamte Laufzeit tatsächlich rechnet, denn niemand kann seriös einschätzen, wie sich das Zinsniveau am Markt über einen längeren Zeitraum entwickelt. Natürlich hat der Darlehensnehmer vergleichbar gute Karten, wenn die Zinsen ansteigen, was schon manche klassische Finanzierung zerstört hat, aber diese Entwicklung ist naturgemäß nicht fest einzupreisen. In jedem Fall sollte der Kreditnehmer vor einer Entscheidung immer auch Rücksprache mit seinem bisherigen Kreditinstitut halten und sich über die Möglichkeit einer direkten Umschuldung beraten lassen. In vielen Fällen kann hier eine unter dem Strich günstigere Alternative zum Forward Darlehen gefunden werden.

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