Hypothekenzinsen Trend und Entwicklung in 2017

Hypothekenzinsen EntwicklungEin Einblick in die Entwicklung der Hypothekenzinsen bis 2017 und eine Prognose für den weiteren Trend für dieses Jahr. Erfahren Sie welche Zinsentwicklung voraussichtlich zu erwarten ist und was das für Finanzierungsnehmer bedeutet.

Die Entwicklung bis 2017: Die Ursachen und Hintergründe

Hypothekenzinsen sind von entscheidender Wichtigkeit für Bauwillige. Basierend auf einem günstigen Zinssatz lassen sich bei einer maßgeschneiderten Baufinanzierung viele Tausend Euro einsparen.

Die Hypothekenzinsen in der Europäischen Union werden in hohem Maß von Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main mit bestimmt. Bei deren Ratssitzung vom 8. Dezember 2016 wurde der Leitzins mit 0% unverändert in das Jahr 2017 hinein fort geschrieben. Der Einlagenzins, zu dem Banken ihre nicht benötigten Mittel parken, liegt im Minusbereich, nämlich bei -0,4%.

Hinzu kommt die Verlängerung der Frist für die umstrittenen Anleihekäufe durch die EZB bis zum Jahresende 2017. Mit diesen Maßnahmen des „billigen Geldes“ soll die noch immer stotternde Wirtschaftsentwicklung in der Europäischen Union weiter stimuliert werden. Das erklärte Ziel des amtierenden EZB-Präsidenten Mario Draghi ist noch nicht erreicht. Er möchte mit dem beschriebenen EZB-Maßnahmenpaket eine stabile Inflationsrate von knapp unter 2% erreichen.

Hypothekenzinsen: Die Trend der letzten 10 Jahre bis 2017

Alles hängt am Leitzins, denn er setzt die Impulse für die allgemeine Zinsentwicklung im Euro-Währungsraum. Sein Anstieg hätte direkte Auswirkungen auf die Renditen von Pfandbriefen und Bundesanleihen. Deren Zinsanstieg würde eine sofortige Erhöhung der Hypothekenzinsen nach sich ziehen.

Doch die Entwicklung der Hypothekenzinsen der letzten Jahre war gegenläufig. Mitte des Jahres 2008 lag der Leitzins noch bei 4,25%. Inzwischen ist er um 4,25 Prozentpunkte auf 0% gesunken. Diese für Spareinlagen katastrophale Zinsentwicklung führte zu einer erfreulichen Entwicklung für Bauwillige. Die Bauzinsen mit Zinsbindungsfristen zwischen 5 und 15 Jahren bewegen sich aktuell in einer Bandbreite von 1,2% bis 2,65%.

Prongnosen für für die Entwicklung

Die entschiedene Niedrigzinspolitik der EZB ist maßgeblich verantwortlich für die geldpolitischen Rahmenbedingungen in der Euro-Währungszone. Wo sparen aufgrund der Niedrigzinspolitik nicht lohnt, entwickelt sich in breiten Teilen der Bevölkerung ein verändertes Anlageverhalten. Von einem anhaltenden Trend hin zur wertigen Immobilie ist auch das Jahr 2017 geprägt. Dies führt insbesondere in den Ballungszentren zur Überhitzung des Immobilienmarktes. Die Tendenz bei den Preisen für Wohneigentum ist weiterhin steigend.

Diesem Trend stehen historisch günstige Hypothekenzinsen gegenüber. Bauwillige und investitionsbereite Immobilieninteressenten treibt die Frage um: Bleibt uns dieses attraktive Hypothekenzins-Niveau auch für 2017 und weitere Jahre erhalten?

Hypothekenzins-Trend: Bedeutung für Finanzierungen in 2017

Selbst erfahrene Analysten und Experten tun sich schwer mit einer verbindlichen Prognose zur Entwicklung der Hypothekenzinsen für das Jahr 2017 und die Folgejahre. Der Grund für eine verhaltene Einschätzung findet sich bei Wirtschaftsfragen, die durchaus heftige Zinsbewegungen auslösen könnten:

  • Wie entwickelt sich die Schuldensituation in der Europäischen Union?
  • Wann wird die EU-Wirtschaft wieder Fahrt aufnehmen?

Europa FlaggenDennoch sind einige Experten-Prognosen für den zukünftigen Trend der Hypothekenzinsen-Entwickung erhältlich:
Vor dem Hintergrund der strikten Niedrigzinspolitik der Frankfurter Euro-Währungshüter und des amtierenden EZB-Präsidenten Mario Draghi ist ein drastischer Zinsanstieg nicht zu erwarten. Seine Amtsperiode endet im Oktober 2019.

Für das Jahr 2017 rechnen Fachleute weiterhin mit Bauzinsen auf dem bestehenden, niedrigen Zinsniveau. Ein Trend zu leichten Zinssteigerungen sind allerdings denkbar. Als möglicher Auslöser gilt zum einen die leichte Zinswende der US-Notenbank. Zum andern wirft die anhaltende Ertragsschwäche im europäischen Bankensystem Fragen auf.

Wer sich aktuell mit Plänen für ein Immobilienprojekt beschäftigt, sollte nicht länger zuwarten, sondern seinen Fremdfinanzierungsbedarf zu den historisch niedrigen, langfristigen Bauzinsen sichern.

Konkrete Auswirkungen auf Immobilienfinanzierungen 2017

Bauherren, die 2017 eine niedrig verzinste Hypothekenfinanzierung abschließen, sollten eine lange Zinsbindung anstreben. Der Grund für diese Empfehlung liegt auf der Hand:

Ein weiteres Absinken der Hypothekenzinsen wird von Experten in 2017 nicht erwartet. Die Chancen für ein gleich bleibendes Zinsniveau für die kommenden Monate, vielleicht sogar wenige Jahre stehen nicht schlecht.

Sollten politische oder wirtschaftliche Entwicklungen zu einer Erhöhung des Leitzinses führen, hätte dies allerdings eine Trendwende und einen Anstieg der Hypothekenzinsen zur Folge. Ein solches Szenario könnte durchaus zu unangenehmen Irritationen bei der Anschlussfinanzierung führen. Eine langfristige Zinsbindung über eine Zeitspanne von zehn bis 15 Jahren in Verbindung mit zügiger Entschuldung durch eine hohe Tilgungsrate ist deshalb das Gebot der Stunde.