Vorzeitige Tilgung eines Vorausdarlehen (per Bausparvertrag)

Vorausdarlehen sind tilgungsfreie Darlehen, die zur Vorfinanzierung eines Bausparvertrages abgeschlossen werden. Ihre Laufzeit bestimmt sich nach der voraussichtlichen Zuteilungsreife des Vertrages, die durch monatliche Einzahlungen erreicht werden soll.

Während der Laufzeit lediglich die Zinskosten fällig, zusätzlich berechnen die Banken in der Regel eine Bearbeitungsgebühr bei Abschluss des Darlehens. Nahezu alle Vorausdarlehen werden mit einem festen Zinssatz vergeben, der während der Darlehenslaufzeit unveränderlich ist.
So können Kreditnehmer Planungssicherheit erreichen, die im Rahmen einer Immobilienfinanzierung unverzichtbar ist.

Gleichzeitig ist das Vorausdarlehen weder für die Bank noch für den Kreditnehmer vorzeitig kündbar, denn nur so können die Zinsen garantiert werden. Erst bei Auszahlung des Darlehens aus dem Bausparvertrag kann die Rückzahlung in einer Summe erfolgen.

Sondertilgungsoption ist notwendig

Kunden, die vor Ablauf des Darlehens Geldmittel zur Verfügung haben und diese zur vorzeitigen Tilgung nutzen wollen, können diese daher nur sehr begrenzt einsetzen. So ist eine Darlehenstilgung nur dann zum Teil möglich, wenn mit der Bank eine Sondertilgungsmöglichkeit vereinbart worden ist. Diese kann auch vor Auszahlung des Bausparsumme eingesetzt werden. In der Regel ist durch die Sondertilgungsoption die vorzeitige Rückzahlung mit 5-10% der Darlehenssumme pro Jahr möglich.

Alternativ kann auch eine vollständige Tilgung des Vorausdarlehens ohne Nutzung des Bausparvertrages erfolgen, indem das Darlehen gekündigt wird. Da sich die Bank jedoch für die gesamte Darlehenslaufzeit refinanziert hat, muss der Schuldner in diesem Fall den der Bank entstehenden Schaden ersetzen. Daher ist eine Vorfälligkeitsgebühr zu zahlen, deren Höhe von der Darlehenssumme, den Zinsen sowie der Restlaufzeit abhängig ist. Der Bausparvertrag wird hierbei nicht berücksichtigt.