Abtretung einer Lebensversicherung für ein Darlehen

Recherche zur LebensversicherungsabtretungWer ein hohes Darlehen benötigt, bekommt häufig von der Bank das Angebot, im Gegenzug eine Lebensversicherung abzutreten. Diese dient als Sicherheit. Bei Baufinanzierung ist dies häufig der Fall. Allerdings sind einige wichtige Vor- und Nachteile zu berücksichtigen.

Voraussetzungen für die Abtretung einer Lebensversicherung

Grundsätzlich kann eine bestehende Lebensversicherung an den Kreditgeber abgetreten werden. Alternativ kann aber auch eine neue Police abgeschlossen werden. Der Abtretung müssen alle Parteien schriftlich zustimmen: Es ist also darauf zu achten, dass nicht nur Bank und Kreditnehmer die Abtretungsvereinbarung unterschreiben, sondern auch die Versicherungsgesellschaft.

Gängig sollte die Lebensversicherung das Volumen des Kredits haben. Es liegt aber im Ermessen der Bank, sich möglicherweise auch mit einer geringeren Summe zufriedenzugeben. Dies ist häufig der Fall, wenn noch eine zusätzliche Sicherheit gegen den Kredit steht – beispielsweise eine Immobilie.

Die Abtretung der Lebensversicherung kann zudem mit einer Befristung versehen werden. Sie gilt beispielsweise nur für eine bestimmte Zahl von Jahren oder bis eine bestimmte Summe des Darlehens getilgt wurde. Gängig ist allerdings, dass die Abtretung bis zur vollständigen Tilgung des Darlehens läuft. Etwaige Überschüsse (durch bereits geleistete Tilgungen ist der Betrag der Lebensversicherung höher als der Restkredit) fließen an die Erben des Darlehensnehmers.

Vorteile der Abtretung der Lebensversicherung

Der große Vorteil der Abtretung der Lebensversicherung ist, dass ein Kreditnehmer auf diese Weise ein Darlehen in einer Höhe erhalten kann, das ihm sonst nicht zugestanden worden wäre. Hat der Kreditnehmer bereits eine Lebensversicherung, geht damit nicht einmal eine finanzielle Mehrbelastung einher. Verstirbt er während der Tilgung nicht, wird ihm die Lebensversicherung komplett wieder überschrieben.

Im Idealfall hat der Kreditnehmer durch diese Variante kaum Nachteile. Tatsächlich kann es bei kapitalgedeckten Versicherungen mit Auszahlung sogar so sein, dass der Versicherungsbetrag höher als die eigentliche Kreditsumme ist. Der Darlehensnehmer hat dann den überschüssigen Betrag zur freien Verwendung.

Die Nachteile

Entscheidet sich ein Kreditnehmer allerdings für die Abtretung einer Lebensversicherung, hebt er damit die finanzielle Absicherung der Hinterbliebenen auf. Viele Personen, die sich dafür entscheiden, ihre Police an die Bank zu überschreiben, schließen deshalb zusätzlich eine Risikolebensversicherung ab, um wieder für einen entsprechenden Schutz zu sorgen. Dies bedeutet eine finanzielle Mehrbelastung. Da Risikolebensversicherung nicht kapitalgedeckt sind, gehen die Beiträge verloren.

Hatte der Kreditnehmer bislang keine Lebensversicherung und muss diese extra neu für das Darlehen abschließen, geht damit eventuell sogar eine doppelte Mehrbelastung einher: die Police für die Bank und die Risikolebensversicherung als Absicherung für die Hinterbliebenen. Der Kredit verteuert sich auf diese Weise erheblich.

Hinzu kommt, dass die meisten Banken nicht generell jede Lebensversicherung akzeptieren: Gängig werden eigentlich nur kapitalgebundene sowie fondsgebundene Policen angenommen. Es ist dringend anzuraten, sich für die kapitalgedeckte Variante zu entscheiden, denn nur diese gibt wirklich Sicherheit. Fondsgebundene Lebensversicherungen unterliegen erheblichen Marktschwankungen. Entsprechend kann ihr Wert sich drastisch verringern. Banken nehmen deshalb in der Regel erhebliche Sicherheitsabschläge bei fondsgebundenen Policen vor.

Fazit

Für alleinstehende Personen eignet sich die Abtretung einer Lebensversicherung hervorragend, um einen Kredit zu bekommen. Da es keine Hinterbliebenen gibt, entfällt dieser Nachteil. Anders sieht es für Familien aus. Hier sollte geprüft werden, ob alternativ auch andere Sicherheit beigebracht werden können – beispielsweise eine Bürgschaft.

Bilderquellen: © sepy / Fotolia

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